Kanon

Foto: Benjamin Krieg

She She Pop entwerfen einen Kanon erlebter Momente der darstellenden Künste der vergangenen 30 Jahre aus der Erinnerung der Anwesenden. Die Performance KANON entsteht als Ritual, Revue und kollektive Geschichtsschreibung für jene Kunstformen, die als postdramatisches Theater beschrieben wurden, oder dieses beeinflusst haben, sie schließt aber auch Beispiele aus Performance, Tanz und anderen Darstellungsformen ein. KANON arbeitet mit all den Mitteln der Flüchtigkeit, die diese Kunstformen selbst hervorgebracht haben. Der Abend bewegt sich in einer Spanne von beschwörender Nacherzählung bis zu künstlerischen Reenactments von reiner, engelsgleich unschuldiger Erinnerung, bis hin zu akribisch technischer Rekonstruktion.

 

Wie überdauern die Körper, Gesten, Organismen, der Raum, die Objekte, Architekturen und Installationen, der Rhythmus, die Dauer, die Stimmen, die Sprache, der Klang und die Musik? In der Erinnerung derer, die sie erlebt haben, in der Wiederaufführung durch sie selbst. Die Unschärfe, das Verfälschende des Erinnerns, ist ebenso wesentlich, wie die Freude an dem unvergessenen Moment.

 

Die Performance KANON wird von She She Pop und anderen Künstler*innen entwickelt: Ausgewählte Gäste aus der Berliner Freien Szene sind zu dieser kollektiven Andacht eingeladen. Aber auch die zufällig anwesenden Zuschauer*innen sind aufgerufen am KANON mitzuwirken und ihre eigenen Erinnerungen an besondere theatrale Momente darin einzuschreiben. So entfaltet sich der KANON an jedem Abend neu und spontan aus der Gemeinschaft. Das Verhältnis von gegenseitiger Verpflichtung und Verbindlichkeit zwischen Bühne und Zuschauer*innenraum, wie sie in zeitgenössischen Theaterformen häufig zu finden ist, wird in KANON gespiegelt, gefeiert und benutzt. Die Gemeinschaft entsteht erst durch die Beschwörung des gemeinsamen KANONs. Im Moment der Darstellung verbinden sich akutes Erleben mit Geschichten- und Geschichtsbildung, mit der Absicht der Verfälschung zu eigenen Zwecken, mit der Fiktion der Historie. Im Theater entsteht ein „Gedächtnisraum“ aus den Gedächtnissen der Anwesenden und aus der gemeinschaftlichen Antizipation des Neuen.

 

Tickets unter www.hebbel-am-ufer.de

Credits

Von und mit: Sebastian Bark, Johanna Freiburg, Fanni Halmburger, Lisa Lucassen, Mieke Matzke, Ilia Papatheodorou, Berit Stumpf.

Gastperformance in wechselnder Besetzung: Antonia Baehr, Jean Chaize, Martin Clausen, Brigitte Cuvelier, Sean Patten, Tatiana Saphir, Sarah Thom, Leicy Valenzuela, Zelal Yesilyurt.

Kostüme: Lea Søvsø. Lichtdesign: Michael Lentner. Sounddesign: Jeff McGrory. Bühne: Sandra Fox. Choreografie: Constanza Macras. Künstlerische Mitarbeit: Valeria Germain, Alisa Tretau, Laia Ribera. Mitarbeit Kostüm: Jana Donis. Mitarbeit Choreografie: Miki Shoji. Hospitanz: Magdalena Hofmann, Natasha Borenko. Technische Leitung: Sven Nichterlein. Produktionsleitung: Anne Brammen. Kommunikation: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro. Freie Mitarbeit Kommunikation: Tina Ebert. Finanzadministration: Aminata Oelßner. Company Management: Elke Weber.

Eine Produktion von She She Pop in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer Berlin, Kampnagel Hamburg, Künstlerhaus Mousonturm, FFT Düsseldorf und Münchner Kammerspiele.
Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und den Hauptstadtkulturfonds Berlin.

Termine

Premiere
22. November 2019, HAU, Berlin
Weitere Termine:
23., 24., 25., 26. November 2019, HAU, Berlin
23., 24. Januar 2020, Mousonturm, Frankfurt am Main

Termine

Premiere
22. November 2019, HAU, Berlin
Weitere Termine:
23., 24., 25., 26. November 2019, HAU, Berlin
23., 24. Januar 2020, Mousonturm, Frankfurt am Main